Material und Ablauf
Was bei einem Besuch passiert – von 45 Minuten in der Vorschule bis zur Doppelstunde in Klasse 4 –, welches Material zu welchem Alter passt und woran wir hinterher merken, ob es etwas gebracht hat. Alle Vorlagen kannst du frei herunterladen und kopieren – auch ohne Klassenpaket, auch ohne uns.
Bevor du loslegst
Du kannst das Material ohne uns einsetzen – es ist frei, und das ist Absicht. Dann fehlt dir aber der Teil, der im Workshop mündlich passiert. Er steht hier, und er ist uns wichtiger als jedes Arbeitsblatt.
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1. Theo ist zuerst ein Kind
Behinderung ist kein tragisches Schicksal, und niemand ist ein Held, weil er seinen Alltag lebt. Theo ist mutig, neugierig und voller Ideen. Wenn am Ende des Besuchs „die armen Kinder“ herauskommt, hat er das Gegenteil erreicht.
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2. Die Simulation zeigt Auswirkungen, keine Erfahrung
Eine Simulationsbrille zeigt für ein paar Minuten, wie sich der Blick durch ein eingeschränktes Gesichtsfeld verändert. Wie es ist, sehbehindert zu leben, zeigt sie nicht: dazu gehören Übung, Hilfsmittel und Routine. Sag nicht „So fühlt sich das an“, sondern „Das ist eine von vielen Auswirkungen“.
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3. Helfen heißt fragen
Anbieten. Fragen. Die Antwort abwarten. Die Entscheidung akzeptieren. Ein „Nein danke“ ist kein Misserfolg, sondern Selbstbestimmung. Wer ungefragt am Arm zieht, hilft nicht, sondern nimmt jemandem die Kontrolle über den eigenen Weg.
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4. Es gibt kein richtiges Hilfsmittel, nur passende
Nicht jeder Mensch mit Sehbehinderung liest Braille, und nicht jeder blinde Mensch braucht es. Viele hören Bücher, vergrößern Schrift oder nutzen beides. Ein Langstock ist Werkzeug, kein Zeichen von Unglück.
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5. Die Fragen der Kinder haben Vorrang
Es gibt keine unpassende Frage. Kinder fragen direkt, und das ist gut so – peinlich wird es erst, wenn Erwachsene abwinken. Wenn eine Gruppe zwanzig Minuten fragt, ist das der beste Teil des Besuchs. Kürze lieber einen Baustein.
Der Ablauf – je nach Alter
Wir bieten „Theo macht Schule“ vorerst für Vorschulgruppen im letzten Kita-Jahr und für die Klassen 1 bis 4 an. Weitere Klassenstufen kommen später dazu.
Geplant haben wir nach dem, was Kinder in diesem Alter aufnehmen können, nicht nach dem, was alles in eine Stunde passt. Je jünger die Kinder, desto kürzer die Abschnitte, desto öfter wird gewechselt zwischen Zuhören, Bewegen und Anfassen – und desto weniger Schrift. Ältere Kinder arbeiten länger an einer Sache, in Gruppen und mit eigener Meinung.
Die Minuten sind Planungswerte für die Pilotphase. Fragen die Kinder länger, kürzen wir lieber einen anderen Baustein, als die Fragen abzuwürgen.
Vorschule (letztes Kita-Jahr) – Hören, tasten, fragen
Dauer: etwa 45 Minuten
Im Sitzkreis, ohne Tische und ohne Schrift. Kein Abschnitt länger als 10 Minuten, zwischendurch wird aufgestanden. Wer zappelt, darf zappeln.
So läuft der Besuch
- 1. Ankommen im Kreis (5 Min.)
Wer kommt da? Wir zeigen Theo im Buch und sagen, was er gern macht. - 2. Theos Geschichte (10 Min.)
Ein kurzes Stück, vorgelesen, mit den Bildern aus dem Buch. Danach ein paar Sätze aus dem Hörbuch: So kann man ein Buch auch hören. - 3. Theos Stock (10 Min.)
Im Stehen: Der Langstock geht reihum. Wie klingt er auf Teppich, Holz, Fliesen? Die Augen bleiben offen, außer ein Kind möchte sie ausdrücklich verbinden. - 4. Punkte ertasten (10 Min.)
Tast-Memory im Kreis, dazu LEGO Braille Bricks: Welche zwei fühlen sich gleich an? Es geht nur um die Punkte, nicht um Buchstaben. - 5. Fragen (5 Min.)
Alles, was die Kinder wissen wollen. Wenn es mehr Fragen gibt, ist das gut so. - 6. Abschied (5 Min.)
Was war heute neu? Jedes Kind darf etwas sagen, muss aber nicht.
Das nehmen die Kinder mit
- Theo ist ein Kind wie ich – er spielt Fußball, hat Freunde und lacht.
- Manche Menschen sehen wenig oder gar nichts. Sie finden sich trotzdem zurecht.
- Mit den Ohren und mit den Fingern kann man viel herausfinden.
- Fragen ist erlaubt.
Bewusst nicht dabei
Keine Simulationsbrille. Eine Augenbinde nur, wenn ein Kind das ausdrücklich möchte: In diesem Alter bleibt sonst eher der Schreck hängen als das Verstehen. Keine Arbeitsblätter, kein Lesen, kein Schreiben.
Vorlagen dazu
Wirkung erfassen: Die drei Fragen stellen wir mündlich im Kreis, nicht auf Papier.
Klasse 1 – Staunen und fragen
Dauer: etwa 55 Minuten
Kurze Abschnitte von höchstens 10 Minuten, im Wechsel zwischen Sitzen und Bewegen. Lesen können müssen die Kinder nichts – wir lesen vor.
So läuft der Besuch
- 1. Begrüßung und Theo (5 Min.)
Wer kommt da, und wer ist Theo? Erst das Kind, dann die Sehbehinderung. - 2. Vorlesen (10 Min.)
Ein kurzer Abschnitt, mit Zwischenfragen: Was glaubt ihr, wie geht es weiter? - 3. Hörbuch (5 Min.)
Dieselbe Stelle noch einmal als Hörbuch. Wie liest jemand, der die Schrift nicht sieht? - 4. Der Langstock (10 Min.)
Anfassen, im Klassenraum ausprobieren, Geräusche vergleichen. Die Augen bleiben offen, außer ein Kind möchte sie ausdrücklich verbinden. - 5. Braille ertasten (10 Min.)
Den eigenen Anfangsbuchstaben bei den LEGO Braille Bricks suchen: Die Noppen sind die Punkte, oben steht der Buchstabe. Dann auf der Namenskarte tastbar machen. Wer mag, spielt Braille-Memory mit sechs Paaren. - 6. Fragen (10 Min.)
Der wichtigste Teil. Es gibt keine unpassende Frage. - 7. Abschluss (5 Min.)
Jedes Kind malt oder sagt, was es mitnimmt. Das Bild darf aufs Klassenposter.
Das nehmen die Kinder mit
- Theo ist zuerst ein Kind.
- Es gibt viele Wege, etwas herauszufinden: mit den Augen, den Ohren, den Händen.
- Ein Langstock ist ein Werkzeug, so wie eine Brille.
- Braille ist eine Schrift zum Fühlen.
Bewusst nicht dabei
Keine Simulationsbrille, kein ganzes Alphabet. Ein Buchstabe, den man selbst ertastet hat, bleibt besser hängen als sechsundzwanzig auf einem Blatt. Eine Augenbinde nur, wenn ein Kind das ausdrücklich möchte.
Vorlagen dazu
Wirkung erfassen: Die drei Fragen stellen wir mündlich, die Antworten hält die Lehrkraft fest.
Klasse 2 – Entdecken und ausprobieren
Dauer: etwa 70 Minuten
Abschnitte von höchstens 15 Minuten. Die Kinder lesen kurze Stellen selbst mit, schreiben aber nur ihren Namen.
So läuft der Besuch
- 1. Begrüßung und Theo (5 Min.)
Wer kommt da, und wer ist Theo? - 2. Interaktive Lesung (15 Min.)
Ein Kapitel mit Zwischenfragen. Die Kinder lesen kurze Stellen mit. - 3. Fragen (10 Min.)
Es gibt keine unpassende Frage. - 4. Was sieht Theo? (10 Min.)
Zu zweit, für ein, zwei Minuten durch die Simulationsbrille. Danach: Das ist eine von vielen Auswirkungen – nicht, wie es ist, sehbehindert zu leben. - 5. Braille (15 Min.)
Den eigenen Namen mit LEGO Braille Bricks bauen und ertasten, dann auf die Namenskarte übertragen. Wer fertig ist, spielt Braille-Memory. - 6. Was ist eine Barriere? (10 Min.)
Drei Situationskarten vorlesen (das Fahrrad im Weg, an der Tafel, der freie Platz) und gemeinsam überlegen. - 7. Abschluss (5 Min.)
Was nehmen wir mit? Ein Satz pro Kind fürs Klassenposter.
Das nehmen die Kinder mit
- Sehbehindert heißt nicht, gar nichts zu sehen. Es ist bei jedem anders.
- Eine Barriere ist das, was im Weg ist – nicht der Mensch.
- Wer helfen will, fragt zuerst.
- Braille ist eine Schrift wie jede andere, nur zum Fühlen.
Bewusst nicht dabei
Kein Rundgang durch die Schule. Lautgruppen und das ganze Alphabet kommen erst später. Eine Augenbinde nur, wenn ein Kind das ausdrücklich möchte.
Vorlagen dazu
- Bevor du loslegst
- Das Braille-Alphabet
- Mein Name in Braille
- Braille-Memory
- Was würdest du tun?
- Unsere Schule für alle
- Drei Fragen
Wirkung erfassen: Den Bogen mit den drei Fragen füllen die Kinder selbst aus, die Lehrkraft hilft beim Lesen.
Klasse 3 – Verstehen und Lösungen finden
Dauer: eine Doppelstunde, etwa 90 Minuten mit Pause
Abschnitte bis 20 Minuten, mit einer echten Pause in der Mitte. Gruppenarbeit und ein Rundgang durch die Schule bringen Bewegung hinein.
So läuft der Besuch
- 1. Begrüßung und Theo (5 Min.)
Wer kommt da, und wer ist Theo? - 2. Interaktive Lesung (15 Min.)
Ein Kapitel, die Kinder lesen mit. Zwischenfragen: Was hätte Theo geholfen? - 3. Fragen (10 Min.)
Es gibt keine unpassende Frage. - 4. Sehbehinderung verstehen (15 Min.)
Was heißt sehbehindert, warum ist das bei jedem anders? Kurz die Simulationsbrille, dann Hilfsmittel: Langstock, Lupe, Hörbuch, Braille. - 5. Pause (10 Min.)
Eine echte Pause, nicht nur kurz durchatmen. - 6. Braille-Rätsel (15 Min.)
Zu zweit Wörter entschlüsseln, mit dem Alphabet auf dem Tisch. Wer fertig ist, baut ein eigenes Wort mit LEGO Braille Bricks, die Nachbargruppe entschlüsselt es. - 7. Barriere-Detektive (15 Min.)
In Gruppen mit den Suchkarten durch die Schule, danach zusammentragen. - 8. Abschluss (5 Min.)
Was haben wir gefunden? Erste Einträge aufs Klassenposter.
Das nehmen die Kinder mit
- Sehbehinderung hat viele Formen. Hilfsmittel passen zum Menschen, nicht umgekehrt.
- Barrieren kann man finden – und oft auch beseitigen.
- Richtig helfen heißt: anbieten, fragen, die Antwort abwarten.
Bewusst nicht dabei
Die Lautgruppen und der Barriere-Check mit Ankreuzen kommen in Klasse 4. Eine Augenbinde nur, wenn ein Kind das ausdrücklich möchte.
Vorlagen dazu
- Bevor du loslegst
- Das Braille-Alphabet
- Braille-Rätsel
- Barriere-Detektive
- Unsere Schule für alle
- Drei Fragen
Wirkung erfassen: Die Kinder füllen den Bogen mit den drei Fragen selbst aus.
Klasse 4 – Hinterfragen und verändern
Dauer: eine Doppelstunde, etwa 90 Minuten mit Pause
Mehr Gespräch, mehr eigene Meinung. Die Kinder arbeiten in Gruppen, stellen Ergebnisse vor und entscheiden selbst, was sie in ihrer Schule ändern wollen.
So läuft der Besuch
- 1. Begrüßung und Theo (5 Min.)
Wer kommt da, und wer ist Theo? - 2. Lesung und Gespräch (15 Min.)
Ein Kapitel, danach: Wer entscheidet, ob Theo Hilfe braucht? - 3. Fragen (10 Min.)
Es gibt keine unpassende Frage. - 4. Hilfsmittel und Braille (15 Min.)
Hörbuch, Vergrößerung, Braille – wer nutzt was, und warum? Eine kurze Botschaft mit LEGO Braille Bricks bauen, dazu die Lautgruppen auf Papier. - 5. Pause (10 Min.)
Eine echte Pause. - 6. Richtig helfen (15 Min.)
Situationskarten in Gruppen, kurze Rollenspiele: anbieten, fragen, Antwort abwarten. - 7. Schul-Barriere-Check (15 Min.)
Zwölf Aussagen zur eigenen Schule ankreuzen. Auch an Barrieren denken, die man nicht sieht: Lärm, Hektik, unklare Wege. - 8. Abschluss (5 Min.)
Was nehmen wir uns vor? Das Klassenposter fertig machen.
Das nehmen die Kinder mit
- Wer Hilfe braucht, entscheidet selbst. Ein „Nein danke“ ist auch eine Antwort.
- Nicht jede Behinderung sieht man.
- Barrieren sind gemacht – also kann man sie auch ändern.
- Wir können in unserer Schule etwas verbessern.
Bewusst nicht dabei
Simulationen ersetzen nicht das Gespräch mit Menschen, die mit einer Behinderung leben. Eine Augenbinde nur, wenn ein Kind das ausdrücklich möchte.
Vorlagen dazu
- Bevor du loslegst
- Das Braille-Alphabet
- Braille-Rätsel
- Was würdest du tun?
- Unser Schul-Barriere-Check
- Unsere Schule für alle
- Drei Fragen
Wirkung erfassen: Die Kinder füllen den Bogen mit den drei Fragen selbst aus.
Die Druckvorlagen
12 Vorlagen im PDF-Format, alle auf A4, alle schwarz-weiß druckbar. Sie sind zum Ausdrucken gemacht, nicht zum Vorlesen am Bildschirm – deshalb steht der gesamte Inhalt auf dieser Seite auch als Text. Du brauchst kein Klassenpaket dafür und musst dich nirgends anmelden.
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Bevor du loslegst
Für alle Stufen
Fünf Sätze für Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die uns wichtiger sind als jedes Arbeitsblatt – vor allem für alle, die das Material ohne uns einsetzen.
So setzt du es ein: Einmal lesen, bevor die erste Kopie gemacht wird.
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Tast-Memory
Vorschule und Klasse 1
Sechs Paare mit Punktbildern, ganz ohne Buchstaben. Gleiche Punkte gehören zusammen.
So setzt du es ein: Auf festes Papier drucken, ausschneiden, die schwarzen Punkte mit Klebepunkten oder Bastelfarbe tastbar machen. Dann im Kreis Paare ertasten – wer mag, mit geschlossenen Augen.
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Mein Name in Braille
Klasse 1 und 2
Acht Karten je Blatt. Die Kinder schreiben ihren Namen und übertragen ihn in leere Punktfelder.
So setzt du es ein: In Klasse 1 nur den Anfangsbuchstaben, in Klasse 2 den ganzen Namen. Punkte von hinten mit einer Nadel durchstechen, dann ist der Name tastbar.
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Braille-Memory
Klasse 1 und 2
Zwölf Paare: eine Karte mit Punktfeld, eine mit Buchstabe.
So setzt du es ein: Beide Blätter drucken, Karten ausschneiden. In Klasse 1 reichen die ersten sechs Paare, in Klasse 2 alle zwölf.
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Das Braille-Alphabet
Klasse 2 bis 4
Übersicht über alle Buchstaben, Umlaute, ß, Zahlen und die Lautgruppen. Grundlage für Namenskarte und Rätsel.
So setzt du es ein: Als Poster an die Wand oder für jedes Kind auf den Tisch. Die Lautgruppen auf Seite 2 erst in Klasse 4.
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Braille-Rätsel
Klasse 3 und 4
Sechs Wörter und eine geheime Botschaft zum Entschlüsseln, dazu Platz für eine eigene Botschaft. Lösungen auf Seite 2.
So setzt du es ein: In Klasse 3 zu zweit, in Klasse 4 allein.
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Barriere-Detektive
Klasse 3
Acht Karten mit je einem Ort in der Schule und einer Frage dazu.
So setzt du es ein: Gruppen bilden, Karten verteilen, Rundgang machen, danach zusammentragen.
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Unser Schul-Barriere-Check
Klasse 4
Zwölf Aussagen zum Ankreuzen: ja, teils, nein. Am Ende Platz für Vorschläge.
So setzt du es ein: Gemeinsam als Klasse, gern im Anschluss an einen Rundgang.
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Was würdest du tun?
Klasse 2 und 4
Sechs Situationskarten zum richtigen Helfen. Seite 2 enthält Gesprächsimpulse für die Lehrkraft.
So setzt du es ein: In Klasse 2 drei Karten vorlesen und gemeinsam besprechen. In Klasse 4 alle sechs in Gruppen, gern als kurzes Rollenspiel.
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Unsere Schule für alle
Klasse 1 bis 4
Poster mit drei Feldern: gefundene Barrieren, Vorhaben, wie wir Hilfe anbieten.
So setzt du es ein: Am besten auf A3 vergrößern. In Klasse 1 malen die Kinder, ab Klasse 2 schreiben sie.
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Drei Fragen
Klasse 2 bis 4
Derselbe Bogen vor und nach dem Besuch. Ohne Namen, ohne Noten.
So setzt du es ein: In der Vorschule und in Klasse 1 stellen wir die Fragen mündlich. Die Bögen bleiben in der Schule; wir bekommen nur die Anzahl und eine kurze Rückmeldung.
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Rückmeldung zum Besuch
Für alle Stufen
Fünf Aussagen zum Ankreuzen und drei offene Fragen – für die Lehrkraft oder die Fachkraft in der Kita.
So setzt du es ein: Nach dem Besuch ausfüllen und mitgeben oder an hallo@inklufusion.de schicken.
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Was ein Klassensatz kostet
Wir rechnen mit rund 50 € Lernmaterial je Klasse: Kopien, festeres Papier für die Karten, ein Poster in A3, Bastelmaterial für die tastbaren Übungen. Die Simulationsbrille und das Hörbuch sind bereits vorhanden und kosten nichts extra. Wer die Vorlagen selbst druckt, zahlt nur das Papier.
Du darfst damit machen, was du willst
Das Lernmaterial steht unter CC BY-SA 4.0: nutzen, ändern und weitergeben ist erlaubt – unter Nennung von InkluFusion e. V. und unter denselben Bedingungen. Das Kinderbuch „Theo und der Zauberstab“ selbst fällt nicht darunter.
Wenn du das Material einsetzt, schreib uns gern kurz an hallo@inklufusion.de. Wir zählen keine Downloads und wollen auch keine Anmeldung – wir würden nur gern wissen, wo Theo überall ankommt.
Das Braille-Alphabet als Text
Eine Braillezelle hat sechs Punkte. Sie sind so nummeriert: links untereinander die Punkte 1, 2 und 3, rechts daneben die Punkte 4, 5 und 6. Jeder Buchstabe ist eine bestimmte Auswahl davon.
Die Buchstaben a bis z sind international gleich. Umlaute, das ß und die Lautgruppen gelten für die deutsche Vollschrift.
Wenn wir in die Kita oder Schule kommen, bringen wir LEGO Braille Bricks mit. Auf jedem Stein bilden die Noppen ein Braille-Zeichen, darüber ist der Buchstabe aufgedruckt. So lässt sich jedes Zeichen gleichzeitig ansehen und ertasten, und Wörter entstehen Stein für Stein. Ohne die Steine klappt alles auch mit Namenskarten und Memory.
Das Tast-Memory für Vorschule und Klasse 1
Sechs Punktbilder, jedes zweimal. Es sind keine Buchstaben – die Kinder sollen nur fühlen, welche Karten gleich sind.
- Ein Punkt – Punkt 1
- Zwei Punkte untereinander – Punkte 1, 2
- Zwei Punkte nebeneinander – Punkte 1, 4
- Drei Punkte in einer Reihe – Punkte 1, 2, 3
- Vier Punkte im Quadrat – Punkte 1, 2, 4, 5
- Alle sechs Punkte – Punkte 1, 2, 3, 4, 5, 6
| Zeichen | Gesetzte Punkte | Zeichen | Gesetzte Punkte |
|---|---|---|---|
| a | Punkt 1 | p | Punkte 1, 2, 3, 4 |
| b | Punkte 1, 2 | q | Punkte 1, 2, 3, 4, 5 |
| c | Punkte 1, 4 | r | Punkte 1, 2, 3, 5 |
| d | Punkte 1, 4, 5 | s | Punkte 2, 3, 4 |
| e | Punkte 1, 5 | t | Punkte 2, 3, 4, 5 |
| f | Punkte 1, 2, 4 | u | Punkte 1, 3, 6 |
| g | Punkte 1, 2, 4, 5 | v | Punkte 1, 2, 3, 6 |
| h | Punkte 1, 2, 5 | w | Punkte 2, 4, 5, 6 |
| i | Punkte 2, 4 | x | Punkte 1, 3, 4, 6 |
| j | Punkte 2, 4, 5 | y | Punkte 1, 3, 4, 5, 6 |
| k | Punkte 1, 3 | z | Punkte 1, 3, 5, 6 |
| l | Punkte 1, 2, 3 | ä | Punkte 3, 4, 5 |
| m | Punkte 1, 3, 4 | ö | Punkte 2, 4, 6 |
| n | Punkte 1, 3, 4, 5 | ü | Punkte 1, 2, 5, 6 |
| o | Punkte 1, 3, 5 | ß | Punkte 2, 3, 4, 6 |
Zahlen
Für Zahlen gibt es keine eigenen Zeichen. Vor die Zahl kommt das Zahlzeichen (Punkte 3, 4, 5, 6), danach stehen die Buchstaben a bis j für 1 bis 0.
- 1 – Punkt 1
- 2 – Punkte 1, 2
- 3 – Punkte 1, 4
- 4 – Punkte 1, 4, 5
- 5 – Punkte 1, 5
- 6 – Punkte 1, 2, 4
- 7 – Punkte 1, 2, 4, 5
- 8 – Punkte 1, 2, 5
- 9 – Punkte 2, 4
- 0 – Punkte 2, 4, 5
Lautgruppen für Klasse 4
Häufige Buchstabenpaare haben ein eigenes Zeichen. Das spart Platz – ein Braillebuch braucht deutlich mehr Papier als dasselbe Buch in Schwarzschrift.
- au – Punkte 1, 6
- eu – Punkte 1, 2, 6
- äu – Punkte 3, 4
- ei – Punkte 1, 4, 6
- ch – Punkte 1, 4, 5, 6
- sch – Punkte 1, 5, 6
- st – Punkte 2, 3, 4, 5, 6
- ie – Punkte 3, 4, 6
Wichtig
Nicht jeder Mensch mit Sehbehinderung liest Braille, und nicht jeder blinde Mensch braucht es. Viele hören Bücher, vergrößern Schrift oder nutzen beides. Braille ist eine Möglichkeit, keine Pflicht.
Barrieren finden
Die acht Suchkarten
- Der Eingang Kommt man ohne Stufe hinein? Geht die Tür schwer auf?
- Der Flur Steht etwas im Weg? Sind Ecken und Kanten gut zu sehen?
- Die Treppe Sind die erste und die letzte Stufe zu erkennen? Gibt es einen Handlauf?
- Die Tafel Kann man von jedem Platz aus lesen, was dort steht? Blendet es?
- Der Schulhof Wo ist es eng? Wo weiß man nicht, wohin man gehen soll?
- Die Toilette Passt ein Rollstuhl hinein? Findet man den Lichtschalter?
- Die Beschilderung Sind die Schilder groß genug? Hängen sie da, wo man sie sucht?
- Der Lärm Wo ist es so laut, dass man einander nicht versteht?
Der Schul-Barriere-Check
Zwölf Aussagen, je dreimal anzukreuzen: ja, teils, nein. Es gibt kein richtig oder falsch – nur ein ehrliches Bild.
- Man kommt ohne Stufe in das Gebäude.
- Die Türen lassen sich leicht öffnen.
- Im Flur steht nichts im Weg.
- Die erste und die letzte Stufe jeder Treppe sind deutlich zu erkennen.
- An jeder Treppe gibt es einen Handlauf.
- Die Schilder sind groß und gut lesbar.
- Wichtige Wege sind auch ohne Lesen zu finden.
- Es gibt eine Toilette, in die ein Rollstuhl passt.
- Von jedem Platz aus ist die Tafel zu lesen.
- Es gibt einen Ort, an dem es leise ist.
- Neue Kinder finden sich allein zurecht.
- Alle Kinder können bei allem mitmachen.
Richtig helfen
Die Karten haben keine einzig richtige Antwort. Wichtig ist die Reihenfolge, die dahintersteckt: Hilfe anbieten – fragen – die Antwort abwarten – die Entscheidung akzeptieren. Ein „Nein danke“ ist kein Misserfolg, sondern Selbstbestimmung.
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An der Straße
Eine Person mit Langstock steht am Bordstein und geht nicht los.
Worauf es ankommt: Frag: „Kann ich helfen?“ Warte die Antwort ab. Vielleicht wartet die Person nur auf jemanden.
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Das Fahrrad im Weg
Auf dem Gehweg liegt ein Fahrrad quer.
Worauf es ankommt: Räum es zur Seite. Ein Hindernis, das man nicht sieht, ist gefährlich – nicht nur für blinde Menschen.
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An der Tafel
Ein Kind in deiner Klasse kann nicht erkennen, was an der Tafel steht.
Worauf es ankommt: Lies vor, was dort steht. Frag vorher, ob das recht ist.
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Am Arm gezogen
Jemand nimmt eine blinde Person am Arm und zieht sie über die Straße.
Worauf es ankommt: Das ist keine Hilfe. Man fragt zuerst. Wer geführt werden möchte, hakt sich selbst ein.
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Der freie Platz
Im Bus ist nur noch ein Platz frei. Jemand mit Gehhilfe steigt ein.
Worauf es ankommt: Biete den Platz an. Ein „Nein danke“ ist auch eine Antwort – und völlig in Ordnung.
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Die Frage an die Begleitung
Jemand fragt die Begleitperson: „Was möchte er denn trinken?“
Worauf es ankommt: Frag die Person selbst. Wer neben jemandem steht, spricht nicht für diese Person.
Woran wir merken, ob es etwas gebracht hat
Keine Evaluation, kein Fragebogenberg. Wir erfassen die Altersstufe, die Zahl der Kinder und Fachkräfte, die Zahl der ausgegebenen Bücher – und zwei kurze Rückmeldungen. Mehr braucht es nicht, und mehr würde ein ehrenamtliches Team auch nicht dauerhaft schaffen.
Drei Fragen an die Kinder
Derselbe Bogen vor und nach dem Besuch, ohne Namen und ohne Noten. Die dritte Frage wird nur danach beantwortet. Die Bögen bleiben in der Schule. In der Vorschule und in Klasse 1 stellen wir die Fragen mündlich.
- Was ist eine Barriere?
- Wie kannst du einem Menschen mit Sehbehinderung helfen?
- Was hast du heute neu gelernt?
Fünf Aussagen für Lehrkräfte und Fachkräfte
Ankreuzen: stimmt, teils, stimmt nicht. Dazu drei offene Fragen. Fünf Minuten, mehr wollen wir nicht von deiner Zeit.
- Die Länge des Besuchs hat gepasst.
- Die Inhalte haben zum Alter der Kinder gepasst.
- Die Kinder haben sich getraut zu fragen.
- Das Material konnten wir danach weiterverwenden.
- Der Besuch hat etwas verändert, das wir noch merken.
Namen von Kindern veröffentlichen wir nie. Teilnehmende Kitas und Schulen nennen wir öffentlich nur, wenn sie ausdrücklich zustimmen.